Hallo liebe Leserschaft,
ich war ja bekanntermaßen in Tibet. Versuch mal hier des wichtigste festzuhalten.
Vor der Reise erstmal Kathi vom Flughafen abgeholt die am Abreisetag erst in Shanghai angekommen ist und danach war einkaufen angesagt, für 2,5 Tage Zugfahrt brauch man schon etwas Proviant. hatte am Schluss so nen Trekkingrucksack voll mit Nahrungsmitteln und nur noch meinen kleinen Handgepäckkoffer für die Klamotten, naja egal war ja eher nen Abenteuerurlaub.
Die Hard Seats im Zug waren zum Glück keine Holzbänke und wir konnten es arrangieren, dass wir 4 nen 4rer Platz bekommen haben.
Die erste Nacht im Zug, der übrigens komplett voll war, manche standen sogar in den Gängen, war nicht so ganz toll, konnte kaum eine geeignete Schlafposition finden, nicht mal viel Bier hat geholfen. Sarah hat sogar probiert im stehen zu schlafen.
Insgesamt war die Zugfahrt doch nicht so schlimm wie erwartet und die Zeit verging recht schnell, aber ich glaub trotzdem, dass ich des kein 2. Mal gemacht haben muss. Auch die Mitreisenden waren nicht so schlimm wie befürchtet, waren fast schon ordentliche Chinesen, hab mir des da echt übel vorgestellt im Zug. Gut bis auf das Klo, ist aber auch schwer in nem fahrenden Zug nen Loch im Boden zu treffen.
Ein bisschen enttäuschend fand ich die Landschaft, war eigentlich in recht langweilig, sind fast ein kompletten Tag nur durch ne Mondlandschaft gefahren.
Nach der 2,5 tägigen Anreise gings dann ins Hotel in Lhasa, wurden am Bahnhof gleich von unserem Führer und unserem Fahrer begrüßt, gleich mal so nen schal um die Schultern gelegt bekommen, wie in der Karibik.
Hotel ist gut gelegen direkt Downtown in Spuckweite zum Potala Palace. Im Hotel natürlich erstmal TV an und was kam, jawohl, die Siegerehrung nachm WM Finale der Frauen. Geil!
Glückwunsch an die Mädels zur Titelverteidigung.
Apropos Fußball, hab doch in Lhasa tatsächlich nen gefakten Finalball von der WM 2006 gesehen, echt nen guter Fake, alles drauf, Spielpaarung, Datum, Stadion usw, aber leider haben die Chaoten vergessen, dass der Finalball nicht weiß war, sondern gold. Also wer in China des faken nicht draufhat, der kann echt einpacken, glaub der Laden macht bald dicht.
In Lhasa selber haben wir dann insgesamt 3-4 so Tempel angeschaut und natürlich noch den Potala. Echt klasse, wenn in den Potala willst musst am Tag davor dich irgendwo anmelden mit deinem Pass, dass am nächsten Tag rein darfst, mal wieder chinesische Schikane.
Eine Lizenz zum Geld drucken dieses Tibet für die Chinesen, als Ausländer brauchst erstmal Papiere, die kosten mal richtig Geld, die diversen Eintritte in die Tempel, Klöster etc. gehen alles nicht an die Mönche, sondern an China, auch das ganze Geld des die Gläubigen ihren Statuen opfern geht. Naja so oder so Schwachsinn für sein Seelenheil Geld zahlen zu müssen, aber über dieses Thema hab ich mich ja schon in meinem Putuo Shan Beitrag ausgelassen.
Zu der chinesischen Herrschaft lässt sich noch sagen, dass jeder der unbedingt mal Tibet sehen will, sollte des möglichst bald machen, weil den chinesischen Einfluss merkt man jetzt schon extrem und der wird immer heftiger.
Keine Bilder vom Dalai Lama, man darf nicht alles sehen, in Lhasa selber sind 3/4 der Einwohner Chinesen und das merkt man allein schon der Architektur und dass die überall so Betonbunker ausm Boden stampfen usw.
Nächste Station war dann Shigatse, 2. größte Stadt in Tibet. Sind den ganzen Tag gefahren bis dahin. zu 7 in nem Toyota Landcruiser, ein Spaß. Aber ging scho. Dominik und ich haben es uns mit der Zeit sogar richtig gemütlich gemacht im Kofferraum.
In Shigatse sind wir dann abends mal etwas rumgelaufen, hatten das sogar nen Rotlichtviertel.
Sarah hat mich dann noch auf nen Ananas Bier eingeladen, also wenn ihr des mal irgendwo seht, macht ein Bogen darum.
Weiter nach Tinggri, letzter Stop vorm Everest Base Camp (EBC). Haben dort in unserem tollen Hotel, eher Jugendherberge mit tollen Klo aufm Dach, gleich mal nen Deutschen getroffen. Der war mit einer Gruppe mit dem Motorrad unterwegs. Der hat Storys erzählt, da spannst echt ab.
Ist seit einem Jahr unterwegs und plant bis 2009 in Neuseeland zu sein.
EBC! Ging früh morgens los, 100km rough road standen auf dem Programm. Was die da für Autos auf solche Straßen lassen, gigantisch. Haben ewig gebraucht bis zu unserem Ziel.
Am Parkplatz haben wir uns dann dafür entschieden des restliche Stück voll zu laufen, sind dabei etwas vom Weg abgekommen, ihr wisst ja Abkürzung und so.
Naja sind auf jeden Fall am EBC vorbeigelaufen ohne es zu merken. Bis wir dann auf Cops getroffen sind, die gemeint haben, geht weiter und jeder zahlt 200$. Also selbst bei dem starken Euro gerade ne ordentliche Summe. Haben uns aber auch freundlich darauf hingewiesen, dass wir schon vorbei sind. Also zurück.
War etwas enttäuschend muss ich sagen, nur nen kleine Häuschen für die Bullen und sonst nichts, kein Zelt, gar nichts.
So ein Base Camp wie man sich des vorstellt war eher die kleine Zeltstadt an der wir geparkt haben mit unserem Jeep. Naja, aber zumindest kann ich behaupten ich war am EBC.
Wetter war eigentlich auch ganz gut, aber anfangs war die Spitze nicht zu sehen, erst als wir wieder am Auto waren. Hatte mir auch erhofft etwas Schnee zu sehen und vielleicht ne kleine Schneeballschlacht zu starten, aber kein Schnee auf 5200m.
War trotzdem ein Erlebnis mal dort gewesen zu sein.
Zurück nach Lhasa gings dann über Lhatse, wo wir noch eine Übernachtung hatten, war zwar kein Luxus Hotel, aber vom Ambiente und den Leuten echt des Beste.
In Lhasa hatten wir dann noch einen Tag ohne Führer, der uns sonst immer begleitet hat. Haben dann halt lauter so Touristenkram gekauft und so. Abends dann noch in nem Lokal auf ne Gruppe Geologie Studenten getroffen und zu späterer noch deutsches Liedgut zum besten gegeben, geil.
Zrück gings dann mim Flieger über Xian. Ich sags euch, umsteigen in in China ist klasse, kommst aus einem Flieger raus, dann wird die erstmal die Boardingkarte für den Anschlussflug weggenommen und du bekommst nen Transit Ticket um dann später beim Boarding wieder deine Boardingkarte zu bekommen, Klasse System, da ist dann wieder einer mehr beschäftigt um die Tickets sortieren. Auch gut, an unserem Gate zum Flieger waren zeitgleich 4 Flüge angeschrieben, 2 davon nach Shanghai und natürlich kam einer zu spät, zum Glück nicht unserer, aber jetzt versuch dich mal da an den wartenden Massen vorbeizuschieben, die nicht kapieren, dass ihr Flieger nicht geht, aber der andere schon. Chinesische Organisation und eine Reisegruppe mit deutschen Rentnern trifft aufeinander, was schlimmeres kann eigentlich nicht passieren.
Insgesamt ein toller Trip, haben viel gesehen und erlebt. Vermiss die Yak Burger jetzt schon.
Die Abzocke in den Tempeln war halt ziemlich krass. Falls jemand plant dorthin zu gehen kann ich euch noch den Tipp geben, mehr wie 2 Klöster ist zu viel, sind nämlich echt nur von außen etwas unterschiedlich, von innen alles gleich und ca. 30 mal die gleichen Statuen drin, lohnt sich nicht alle anzuschauen.
Zurück in Shanghai sind wir jetzt an diesem Wochenende gleich mal ins Hofbräuhaus Shanghai, des bei uns gleich um die Ecke ist. War überhaupt nichts los und des Freitag Abend. Maß kostet 10,80€, also kein Schnäppchen, essen auch eher teuer, aber zumindest mein Leberkäse war spitze.
Auf bald
Kollerli
Sonntag, 14. Oktober 2007
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